Integrationskinderfußballtage

  • „Our way – fair play“ – Kinder-Integrationsfußballtage

    Vielfalt macht nicht nur stark, sondern auch großen Spaß! Und genau das wollen wir für Kinder bundesweit erlebbar machen.

    Im Rahmen unserer Kinder-Integrationsfußballtage sollen Barrieren gebrochen, Kennenlernen möglich gemacht und die Kommunikation gefördert werden. Jeder kleine Fußballfan ist eingeladen an diesem interkulturellen Event teilzunehmen und sein Können einzubringen.  

    Ziel ist: Freundschaft, Fairness & Fußball! Denn die Gemeinsamkeiten beginnen mit dem „einen“ Ball.


    Mit unserer Initiative  „Integrationskinderfußballtage“ intensivieren wir unseren Beitrag zur Integration von Flüchtlingskindern. 

    Sprachbarrieren, psychologische Schwierigkeiten aufgrund der Flucht und den Erfahrungen in Kriegs- und Krisengebieten, mangelndes Vertrauen und noch einiges mehr an negativen Erfahrungen erschweren Kindern und Jugendlichen die Zeit bis zur Integration in unsere Gesellschaft.

    Wir hoffen mit unserer Initiative einen kleinen Beitrag leisten zu können und den Kindern und Jugendlichen wenigsten einige unbeschwerte Stunden zu bereiten.


    „Ohne Migranten geht’s nicht“

    Deutschland ist ein Einwanderungsland. Das leugnet niemand. Aber nur wenigen wird bewusst sein, dass Migranten ein entscheidender Wachstumsfaktor sind. Wir brauchen sie!

    Nun die Fakten. Erstens: Mittlerweile haben 16,5 Millionen Bürger Deutschlands einen Migrationshintergrund; das ist ein Fünftel der Bevölkerung. Zwei Drittel von ihnen sind selber eingewandert, ein Drittel ist in zweiter Generation in Zuwandererfamilien geboren. Ohne Migrationshintergrund sind 79 Prozent der Einwohner.

    Zweitens: 2013 zogen 1,2 Millionen Menschen in die Bundesrepublik (nur die USA nahmen mehr auf). 2014 kamen 522.000 Menschen mehr zu uns, als auswanderten. 64 Prozent stammen aus der EU; aus ganz Europa vier von fünf; 5,2 Prozent aus Nord- und Lateinamerika, Australien und Ozeanien, fünf Prozent aus Afrika.

    Drittens: Das Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund liegt bei knapp 47 Jahren. Migranten sind im Durchschnitt jünger: 33 Jahre. Zuwanderer aus der EU-28 sind bei der Einreise noch keine 24 Jahre alt. Aus der Türkei und Russland 23 Jahre. Von den Zuwanderern aus der EU, die schon länger bei uns leben – Durchschnittsalter 39 Jahre – haben 13 Prozent einen Universitäts- oder Hochschulabschluss – ebenso viele wie unter gebürtigen Deutschen. Nur 13 Prozent haben ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 900 Euro; hingegen haben 22 Prozent mehr als 3.200 Euro zur Verfügung.

    Viertens: 23,1 Prozent aller Personen, die in den letzten dreieinhalb Jahren ein Unternehmen gegründet haben, sind Migranten. Die Studie stellt fest: „Bei Produktinnovation, Alter der Produktionstechnologie sowie dem Produktionsverfahren sind diese Gründer auf dem gleichen Stand wie die Deutschen.“

    Fünftens: Migranten sind ein entscheidender Wachstumsfaktor. Sie tragen etwa ein Fünftel zum Wirtschaftswachstum bei. Ohne Zuwanderung wäre das Bruttoinlandsprodukt 2013 geschrumpft, anstatt um 0,4 Prozent zu wachsen.

    Viele Zahlen, Pardon. Aber sie sind aufschlussreich. Sie zeigen: Von „Umvolkung“ kann keine Rede sein. Und sie rechtfertigen das Resümee der Forscher von der Deutschen Bank: „Bei allen Unterschieden zwischen den Gruppen kann festgehalten werden, dass Migranten die Alters- und Bevölkerungsstruktur des Landes zukunftsfester machen. Sie mildern die Auswirkungen des demografischen Wandels sowie des Mangels an Fachkräften ab, der spätestens ab 2030 über ein gemindertes Erwerbspersonenpotenzial zum Wachstumshemmschuh für Deutschland wird.“

    Einfacher ausgedrückt, noch einmal: Wir brauchen sie.

    Quelle: Theo Sommer, „Die Zeit“ 07.07.15


    Fünf Dinge, die deutsche Kinder durch Flüchtlingskinder lernen

    Syrische, nigerianische und deutsche Kinder sitzen nun in einigen Schulklassen zusammen. Das bringt viele Herausforderungen, aber auch Chancen. Ein Berater für interkulturelles Lernen erklärt, was deutsche Schüler durch den Austausch mit Kindern aus anderen Ländern mitnehmen. Einige deutsche Schulkinder haben Angst vor Flüchtlingskindern.
    Doch sie können einiges durch den Kontakt lernen. Von vielen Fähigkeiten profitieren sie auch als Erwachsene.
    Zwischen 150.000 und 200.000 Flüchtlingskinder gehen in diesem Jahr laut Expertenschätzung an deutsche Schulen. Dort lernen sie erst einmal die Landessprache – beispielsweise in Übergangsklassen von Dominik Bauer. Er ist Fachberater für Deutsch als Zweitsprache und Berater für interkulturelles Lernen am staatlichen Schulamt München. Deswegen kennt Bauer die Ängste deutscher Schulkinder vor dem Fremden – tatsächlich können die jedoch im Austausch mit den fremden Kulturen einiges lernen.

    1. Offenheit und Dankbarkeit erfahren

    Zuerst sind die deutschen Kinder oft gehemmt, auf Flüchtlingskinder zuzugehen. „Deswegen müssen sie im ersten Schritt lernen, dass Flüchtlingskinder häufig Angst haben“, erläutert Dominik Bauer. Wenn sie offen auf die Neuankömmlinge zugehen und ihre Hilfe anbieten, werden sie viel Dankbarkeit erfahren.

    1. Berührungsängste abbauen und Integration fördern

    „Ein Lächeln bringt schon wahnsinnig viel“, erläutert Bauer. Gemeinsame Erlebnisse könnten der nächste Schritt sein. Indem deutsche Kinder Flüchtlingen anbieten, mit ihnen gemeinsam in die Stadt zu gehen oder sie zum Fußballspiel mitzunehmen, können sie die Berührungs.ngste mit der fremden Kultur abbauen. Das fördere die schnelle Integration, von der beide Seiten profitieren.

    1. Verständnis aufbauen und Empathie lernen

    Warum gerade jetzt so viele Flüchtlingskinder nach Deutschland kommen, lernen die Schüler am besten anhand von konkreten Geschichten. Lehrer Dominik Bauer erzählt dann beispielsweise, wie ein somalischer Junge auf dem Boot über Italien nach Deutschland gereist ist und welche Entbehrungen er währenddessen auf sich genommen hat.

    Auf diese Weise können sich die Kinder besser in die Situation des anderen hineinversetzen. Sie lernen nachzuspüren und Empathie zu empfinden.

    1. Interkulturalität und Allgemeinbildung

    Im Austausch mit Kindern aus verschiedenen Ländern lernen die Deutschen mehr über andere Kulturen und verstehen viele Hintergründe. Das erweitert ihr Wissen über die Zusammenhänge in der Welt, was ihnen auch später im Berufsleben zugutekommt.

    „Die Erweiterung des Allgemeinwissens bringt Kinder immer weiter voran, weil es Ängste abbaut“, erklärt der Migrationsberater. Allein, wenn jemand die Rechtslage kenne, vermeide das Hetzkampagnen. Beispielsweise würden die Kinder schon in der Schule lernen, dass Flüchtlinge Deutschen keine Arbeitsplätze wegnehmen, da zuerst Deutsche berücksichtigt würden.

    1. Konflikte entschärfen und keine Gewalt

    „Es gibt natürlich kein Patentrezept, wenn in der Klasse Konflikte aufbrechen“, sagt Bauer. Das gilt für interkulturelle Gruppen genauso wie für Klassen mit Schülern ohne Migrationshintergrund. Wichtig sei es immer, zu reden und die Schwierigkeiten im Kontext der unterschiedlichen Persönlichkeiten und Kulturen zu sehen.

    „Alle Kinder müssen lernen, dass es Regeln gibt und dass wir Konflikte nicht mit Gewalt lösen“, erklärt der Pädagoge. Im Gespräch erfahren deutsche und ausländische Kinder, dass Streitereien nicht nur persönliche Gründe haben, sondern gleichzeitig durch den kulturellen Hintergrund eines Menschen entstehen.

    Quelle: FOCUS-Online Kerstin Kotlar, Freitag, 18.09.2015